Willkommen » Bildergalerien » 45. Rintelner Eisfahrt 2016 » Bericht der Schaumburger Zeitung zur 45. Rintelner Eisfahrt

 RINTELN. „Paddeln kann man rund ums Jahr.“

 „Wir haben früher immer ‚Warten-aufs-Christkind-Paddeln‘ gemacht, am Vormittag des Heiligen Abends.“ „Na ja, spätestens, wenn du siehst, dass dich Schlittschuhfahrer überholen, dann solltest du einpacken.“ Die Gespräche zur wärmenden Erbsensuppe, die ganz
rustikal und outdoor-mäßig an Bierzeltgarnituren auf dem Außengelände des Rintelner
Kanuclubs eingenommen wird, zeigen: Die Teilnehmer der 45. Rintelner Eisfahrt sind,
was das Wetter angeht, wirklich mit allen Wassern gewaschen.
„Wir haben einen harten Kern von Fahrern, die jedes Jahr Anfang Dezember wiederkommen, und dann gibt es noch die, die sich spontan bei guten Witterungsbedingungen
dazugesellen“, erklärt Marcus Langer, bei dem die Fäden für die Organisation der Traditionsveranstaltung zusammenlaufen. Dieses Jahr, bei trockener Kälte und Sonnenschein, hätte es noch eine ordentliche Zahl von Nachmeldern gegeben: „170 Paddler
kamen kurz entschlossen dazu, und so sind heute 711 Teilnehmer auf der Strecke von
Hameln nach Rinteln unterwegs.“ Genau wie das Wetter spielt auch das Alter bei leidenschaftlichen Kanufahrern anscheinend kaum eine Rolle. Jedenfalls macht der älteste
Teilnehmer, Prof. Dr. Klaus Heine aus Wilhelmshaven (87 Jahre), bei seiner Ankunft auf
dem Gelände einen ausgesprochen munteren Eindruck. „Die Rintelner Eisfahrt gehört
zu meinen Lieblingsveranstaltungen“, so der alte PaddelHase. „Ich mag die Weser und
die Umgebung. Und vor allem genieße ich die schöne Atmosphäre unter gleichgesinnten
Menschen. Manchen treffe ich hier Jahr für Jahr wieder.“
Wie früh man Bekanntschaft mit der Paddelei machen kann, zeigt der Kommentar eines jungen Tischnachbarn. Der Essener erzählt, er sei schon im zarten Alter von drei
Monaten von seinen Eltern mit auf Kanutour genommen worden. Die familienverbindende
Leidenschaft hält bis heute an, nur dass er jetzt, mittlerweile 17 Jahre alt, natürlich im eigenen Boot dabei ist.
„Wir sind so ein Völkchen für uns“, meint nachdenklich eine Teilnehmerin aus dem Steinhuder Raum mit Blick auf das bunte Treiben um sich herum. Das ist zur Eisfahrt sogar
immer noch etwas bunter als gewohnt, denn viele Kanuten lassen es sich nicht nehmen, sich selbst, den Hund und das Boot zu diesem Anlass weihnachtlich zu schmücken.
Was alle verbinde, sei die Liebe zur Natur. „Außerdem schätze ich die große Selbstverständlichkeit sehr, mit der man sich unter Kanufahrern
hilft“, ergänzt die Steinhuderin. Und wenn man sich umschaut, wimmelt es nur so von
Beispielen, die diese Aussage sofort untermauern.
Kaum ist ein einzelner Fahrer am Steg angekommen, kümmern sich erst die zahllosen Helfer vom DLRG Bad Nenndorf um sein sicheres Aussteigen, und als Nächstes stehen schon sofort andere Teilnehmer bereit, um anzufassen und das Boot mit an Land zu holen.
Eine sehr sympathische Gesellschaft, die Kanuten, Kajakfahrer, Ruderer und Drachenbootmannschaften.

* Quelle:   Schaumburger Zeitung, Claudia Masthoff  

   www.szlz.de                     Bilder zur 45. Eisfahrt

Zum Seitenanfangzurück